Warum es bei uns im Januar kein medizini gibt

Titel medizini

Im Januar wird es bei uns kein medizini geben. Warum wir uns für diese Maßnahme entschieden haben möchten wir Ihnen gerne erklären.

Die Januar-Ausgabe des medizini enthält einen Test mit der Überschrift "Wie zufrieden bist Du mit Deiner Figur?". Medizini richtet sich nach Angaben des Wort & Bild-Verlags, der die Zeitschrift herausgibt, an Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Als Eltern von kleineren und größeren Kindern finden wir es falsch, bereits in diesem Alter Druck in Richtung "Bin ich zu dick?" aufzubauen bzw. den Blick in Richtung Schlankheitswahn zu schärfen.

Laut Chefredakteur sei dies nicht gewollt: man wolle die Kinder vor Magersucht schützen und zu diesem Thema sensibilisieren. Wir halten den gewählten Weg aber für falsch. Unsere Aufgabe als Eltern - und auch als Apotheker und PTA - ist es, Kindern die Grundlagen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu vermitteln. Dabei sollte im Kindesalter noch nicht auf die Figur geachtet werden, da diese durch verschiedene Wachstumsphasen geprägt ist und sich oft verändert.

Der Test arbeitet mit Suggestivfragen, die darauf abzielen, dass sich Kinder (nicht Teenager) Gedanken über die eigene Figur machen. Dadurch wird in unseren Augen eher das falsche Figurbewusstsein gefördert und unbedarften Kindern eingeimpft, dass dies wichtig und richtig sei. Bildhaft wird der Artikel begleitet von einem Mädchen, das mit beschämten Blick vor einem Spiegel zu sehen ist.

Einen Beitrag beispielsweise zum Thema "Gesunde Ernährung für Kinder" o.ä. hätten wir an dieser Stelle als geeigneter erachtet. Wir haben uns aus den vorgenannten Gründen dazu entschieden, die Januar-Ausgabe der medizini nicht in unserer Apotheke abzugeben. Wir bitten alle Eltern - und deren Kinder - um Verständnis.

Vielen Dank an Ann-Katrin Kossendey-Koch, die uns auf die Problematik aufmerksam gemacht hat.

Update: vielen Dank für die zahlreichen positiven Rückmeldungen via Facebook und Twitter. Inzwischen hat auch Pharmama, eine Kollegin aus der Schweiz, das Thema aufgegriffen und kommt zu einer ähnlichen Einschätzung wie wir.


Nachdem wir bereits von Kollegen gefragt wurden, ob sie diesen Text verwenden dürfen, stellen wir diesen Beitrag unter eine Creative Commons-Lizenz:

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